Was kann bei ADHS helfen? - Therapien


 

ADHS-Therapien. Ein kleiner Auszug aus den aktuellen Behandlungsmöglichkeiten



Wie immer im Leben ist es auch hier: Sie bekommen so viele Meinungen, wie Sie Menschen fragen. Aber was ist jetzt der richtige Ansatz? Womit ist mir oder meinem Kind/Partner/Kollegen/Freund etc. am besten gedient? Welche Therapie hilft wirklich? Was sind die Risiken, was die Chancen bei den verschiedenen "handelsüblichen" Therapien? Gibt es auch alternative oder ganzheitliche Therapieansätze?

Zunächst gibt es zu sagen, dass gerade ADHS eine sehr individuelle Erkrankung ist und kein Internetportal Ihnen die Diagnostik durch einen Fachmann (Kinder- und Jugendarzt, Kinder- und Jugentherapeut, Psychotherapeut, Neurologe oder Coach) ersparen kann und sollte!!!

Trotzdem wollen wir Ihnen hier ein paar denkbare Therapieansätze vorstellen. Nach den Leitlinien Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sind folgende Ansatzpunkte für die Behandlung wichtig:

  • Aufklärung und Beratung der Eltern, des Kindes/Jugendlichen und des Erziehers bzw. des Klassenlehrers.
  • Elterntraining, Familie miteinbeziehen (einschl. Familientherapie), um die Symptomatik in der Familie zu vermindern.
  • Kindergarten/Schule: Kooperation mit Erziehern und Lehrern.
  • Kognitive Therapie des Kindes/Jugendlichen (ab dem Schulalter): Impulsives und unorganisiertes Verhalten ändern (Selbstinstruktionstraining), Anleitung des Kindes/Jugendlichen, wie sich das Problemverhalten ändern lässt.
  • Medikamentöse Therapie zur Verminderung der Symptome in der Schule (im Kindergarten), in der Familie oder in anderen Umgebungen.


Welche der hier genannten "Therapiemodule" bei dem Betreffenden sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Alter und der Krankheitsintensität des jeweiligen Patienten ab.

Wir wollen an dieser Stelle drei Ansätze hervorheben und etwas näher erläutern.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie zielt bei ADHS-Patienten meistens darauf ab, mit der Übererregbarkeit, Irritabilität, Gereiztheit und den Problemen, Impulse zu kontrollieren besser umgehen zu lernen. Bei Patienten unter 6 Jahren, liegt das Hauptaugenmerk auf der Verhaltenstherapie und dem Elterntraining. Herr Prof. Dr. Gerd Lehmkuhl von der Universitätsklinik Köln rät: "Kinder mit ADHS, die ein ängstliches, sozial auffälliges Verhalten zeigen, sollten sowohl verhaltenstherapeutisch, als auch mit Medikamenten behandelt werden" In diesem Falle gilt: Was für Kinder gut ist, kann für Erwachsene nicht schaden. Auch bei erwachsenen ADHS-Patienten gilt die Regel: Nicht immer reicht es aus, die Symptome mit medikamentöser Therapie auszumerzen. Die Verhaltenstherapie gibt im Gegensatz zur medikamentösen Behandlung von ADHS dem Patienten Strategien an die Hand, wie er sich in alltäglichen Situationen verhalten kann, um sich besser strukturieren zu können und somit leichter und beschwerdefreier zu leben. Sollten Sie oder Ihr Kind glauben, ADHS zu haben, wenden Sie sich an einen Fachmann in Ihrer Nähe und lassen Sie eine fundierte Diagnostik machen und sprechen Sie ggf. mögliche Therapieansätze mit dem Fachmann ab - nur so können Sie garantieren, dass Sie bzw. Ihr Kind die bestmögliche und geeignete Therapie erhalten. Vertrauen Sie keinen dubiosen Internettests, die Ihnen versprechen, einwandfrei eine ADHS-Diagnostik geben zu können - das kann (bisher) keine Internetseite! Dazu sind wissenschaftlich aufwendige aber völlig schmerzfreie und kaum anstrengende Tests nötig (Die Universitätskliniken geniessen den Ruf eine rechte strenge aber wissenschaftlich fundierte Diagnostik zu leisten).


Medikamentöse Therapie

Man sollte annehmen, dass ADHS-Patienten, die sich ja nun durch eine Hyperaktivität auszeichnen, medikamentös mit Beruhigungsmitteln behandelt werden - von wegen! Das Gegenteil ist der Fall. In fast allen Fällen werden ADHS-Patienten mit Amphetaminen (landläufig bekannt als Aufputschmittel) behandelt. Warum? Bei einem ADHS-Patienten sind im Gehirn die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin in zu geringer Menge vorhanden und somit funktioniert die Informationsweitergabe zwischen den Hirnzellen nicht so, wie bei einem gesunden Menschen. Psychostimulansien wie z.B. das häufig verwendete Methylphenidat versorgen das Gehirn mit zusätzlichem Dopamin und Noradrenalin und gleichen somit die Defizite bei einem ADHS-Patienten wieder aus. Laut einem Bericht des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte mindert Methylphenidat bei 70% bis 90% der ADHS-Patienten die Unaufmerksamkeit und Ruhelosigkeit und verbessert die Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Das Problem bei Amphetaminen und Amphetaminderivaten ist, dass sie unter das Betäubungsmittelgesetz (BtmG) fallen und somit mancherorts in dem Ruf stehen, zusätzlich zu der Erkrankung noch eine Abhängigkeit zu verursachen. Auch in diesem Falle ist es eine Frage der Dosierung und der Missbräuchlichkeit im Einsatz von Betäubungsmitteln. Bisher ist keine uns bekannte Studie veröffentlicht worden, nach der ADHS-Patienten, die mit z.B. Methylphenidat behandelt werden, eine Abhängigkeitserkrankung im Bezug auf Amphetamine entwickelt haben!


Kinesiologischer Therapieansatz

Die Kinesiologie arbeitet bei ADHS auf drei Ebenen: Der körperlichen, der emotionalen und der energetischen. Hier kommt einem der Satz von Alfred Adler in den Kopf:"Bevor ein Kind Probleme macht, hat es welche". Doch es gibt nun auch eine Menge erwachsener ADHS-Patienten und darum setzt die Kinesiologie altersübergreifend an. Kinesiologische Übungen und Balancen sollen den ADHS-Patienten dazu verhelfen, besser lernen zu können und ein entspannteres Umgehen im privaten Bereich zu erlangen. Hier kommt in der Kinesiologie gerne das Programm "Brain-Gym®" zum Einsatz, da es den ADHS-Patienten ermöglicht auch während einer Klassenarbeit, Prüfung oder anderen Streßsituation zu üben.


Zuletzt bleibt zu sagen, dass jeder Patient unterschiedlich auf die verschiedenen Therapien reagiert und somit die o.g. Erklärungen nur informativen Charakter haben und keinesfalls verbindlich sind. Wie schon erwähnt, kann nur ein Fachmann wirklich Auskunft darüber geben, was einem Patienten weiterhilft und mit welcher Therapie er am besten beraten ist!


ADHS und Partnerschaft?
ADS/ADHS und Partnerschaft vertragen sich nicht. Das ist ein gängiges Vorurteil, das wir hier entkräften wollen.



ADHS-Literatur
Über ADHS wurde viel geschrieben. Hier unsere Tipps:
|Startseite | Impressum | Kontakt zu uns | www.medic-land.de |